Paris: Auf zum Louvre

Morgens um acht in Paris. Der Wecker klingelt. Ein Blick zum Fenster, es sieht noch ziemlich dunkel aus, da draußen. Ist es wirklich schon acht? Ein prüfender Blick zur Uhr. Ja. Die Dunkelheit kommt vom Regen. Paris bei Regen.

Schon gestern hatten wir entschieden, nicht im Hotel zu Frühstücken (7,50€ pro Person), sondern in der Innenstadt ein nettes Café zu suchen. Trotz des Regens und ohne Schirm machen wir uns also nach einer lauwarmen Dusche auf den Fußweg. Die Straßen sind noch ziemlich leer, nur hier und da begegnet uns jemand. Als wir das neunte Arondisment nahezu durchquert haben, finden wir doch noch ein für alle Mitreisenden akzeptables Etablissement. Café Sofa. Wobei die Sofas eher an die alten Sitze in der S-Bahn erinnern. Rotes Kunstleder auf engen Bänken. Ich esse ein Omelette mit Käse und Kartoffeln (9,00€). Dazu ein Capucino (5,00€). Kein Meisterwerk der Kochkunst, aber ganz ok.

So gestärkt geht es weiter zum Höhepunkt des Tages: Musée du Louvre. Der Regen hat mittlerweile aufgehört. Vor der gläsernen Pyramide, die seit 1989 der neue Haupteingang ist, haben sich schon beträchtliche Schlangen gebildet. Laut Reiseführer gibt es doch irgendwo einen Nebeneingang? Nach einer Runde um den Block stehen wir wieder vor der Pyramide. So heißt es in den sauren Apfel beißen und anstellen. Die Hälfte der Reisegruppe verabschiedet sich, keine Lust auf Warteschlange. Geschätze 10 Minuten später fahren wir die Rolltreppe in die Pyramide runter. Das ging ja schneller als gedacht. Zu früh gefreut, denn nun heißt es Warten für eine Eintrittskarte (9,00€), an der Gaderobe (kostenlos), und beim multimedialen Navigatordingens (6,00€). Letzterer ist nicht nur das übliche Gerät mit Kopfhörer und Nummerneingabe, nein es gibt einen überdimensionalen PDA mit Stylus, zoombaren Karten des Museums und verschiedenen Sprachen. Allerdings ist deutsch nicht verfügbar, so müssen wir uns mit englisch zufrieden stellen.

Damit ausgestattet kämpfen wir uns durch den Louvre, immer dabei ein Gefühl wie auf dem Weihnachtsmarkt. Im Schneckentempo hinter Menschenmassen vorbei an den Buden Gemälden. Vor der Mona Lisa eine Traube von Leuten mit nach oben gestreckten Händen und Fotoapparaten. Dabei ist ein Foto von der Mona Lisa doch nun wirklich nichts besonderes. Oder doch? Überhaupt wird bei vielen Bildern fotografiert und gefilmt, was das Zeug hält, wer auch immer sich das dann anschauen muss. Wenige Leute schauen sich wirklich die Bilder an, stattdessen wird ein Foto gemacht und weiter geht's. Wo ist nur die Liebe zur Kunst geblieben in der Stadt der Liebe?

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