Paris: Sonntag
Sonntag in Paris. Die Sonne scheint, so richtiges Sonntagswetter. Nach einem guten Frühstück im Hotel (Kaffee, Grapefruitsaft, Müsli, und Minibaguettes mit Honig) fahren wir mit der Metrolinie 4 zur Île de la Cité, dem ältesten Pariser Stadtteil.
Metrofahren scheint ein zweischneidiges Schwert zu sein. Auf der einen Seite ist es günstig (einfache Fahrt für 1,40€) und die Bahnen kommen oft. Auf der anderen Seite ist es meistens völlig überfüllt und in den Zügen riecht es als hätte jemand in die Ecke uriniert.
An unserem Ziel erwarten uns laut Reiseführer zwei Höhepunkte: die Kirchen Sainte-Chapelle und Notre-Dame. Um überhaupt in die Nähe von Sainte-Chapelle zu gelangen, muss man durch den Palais de Justice gehen. Davor ist die übliche Warteschlange, 250m lang und mindestens eine halbe Stunde Wartezeit. Darauf haben wir heute keine Lust. Wir laufen lieber entlang der Seine erst zur westlichen Spitze der Insel, von wo aus wir ein paar Fotos mit mit uns und dem Louvre im Hintergrund machen, und dann in entgegengesetzer Richtung zu Notre-Dame. Es ist wie ein Zug von Menschen, in den wir uns einreihen und in dessen Sog wir bis hinein in Notre-Dame gezogen werden. Innen hat gerade der Gottesdienst begonnen, die Besucher dürfen trotzdem entlang der Außenmauern einmal rundrum gehen. Die Architektur ist grandios, mehr fasziniert mich aber das Prozedere, mit denen sich die Massen vor und hinter mir durch die Kirche schieben, permanent mit Blitz in jede Richtung fotografieren und das auch noch offiziell nicht verboten ist.
Zwei Stunden später erreichen wir zu Fuß das Centre Pompidou, wenn man so will, das Museum of Modern Art von Paris. Schon das Gebäude an sich ist ein Meisterwerk, so einzigartig wie Notre-Dame, wenn auch im völligen Kontrast zu diesem. Dazu zwei Warteschlangen, eine um in das Gebäude zu gelangen, die zwar optisch lang ist, aber recht zügig voran geht, einen innen am Ticketschalter (die Ticketautomaten sind leider defekt), die sich Dank des kostenlosen Internetzugangs per WLAN und iPhone aber mit einem E-Mail-Update und der Erkenntnis, ob Napoleon eigentlich Kinder hatte, vergnüglich überbücken lässt. Das Museum finde ich wesentlich spannender als den Louvre (nicht alle Mitreisenden stimmen darin mit mir überein), einer meiner Favoriten ist Joseph Beuys' Treuegelöbnis: zwei Räume mit Filz als Dämmmaterial ausgekleidet und darin ein Flügel.
Später trinken wir noch Kaffee im Starbucks und noch später essen wir Sushi im Sushishop. Sehr leckeres Sushi. Dann endet unser Sonntag in der Stadt der Liebe.
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